Veranstaltung

Mittwoch
01.04.2020
18.30 Uhr
Burg Storkow
Schloßstraße 6
15859 Storkow

Lüdersdorf darf nicht sterben, Lüdersdorf ist überall

Kurz-Dokumentarfilm, 20 Minuten, 2019
Regie Carsten und Jakob Krüger Kamera Carsten und Jakob Krüger Produktionsfirma Carsten Krüger Filmproduktions GmbH Protagonist:innen Prof. Michael Succow

Dörfer unserer Kindheit wie Michael Succows Lüdersdorf in Brandenburg sind gefährdet: überall.  Kein anderer Lebensraum geht so rasch verloren.

Die Wiese - ein Paradies nebenan

Dokumentarfilm, 90 Minuten, 2019
Regie Jan Haft Kamera Jan Haft, Kay Ziesenhenne, Max Kölbl Produzent:in Melanie Haft Produktionsfirma Nautilusfilm GmbH

Blumenwiesen sind fast gänzlich verschwunden. Doch der Film zeigt uns in opulenten Bildern eine ideale Flora und Fauna im Kontrast zum profitablen Wirtschafts-Grünland der heutigen Zeit. Nur eine Agrarwende kann zurückgeben, was uns in diesem bunten Lebensraum so paradiesisch vor Augen geführt wurde.

Zeit: 01.04.2020 um 18.30 Uhr


"Lüdersdorf darf nicht sterben, Lüdersdorf ist überall"
Ein Film von Carsten und Jakob Krüger , 2019, 20min

Bunte Blumenwiesen, auf denen sich Bienen, Hummeln und Schmetterlinge tummeln - das kennen fast nur noch die Älteren unter uns wie der Alternative Nobelpreisträger Prof. Michael Succow, der für diesen Film an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt. Für ihn waren damals die Felder, Wiesen und Gewässer im brandenburgischen Lüdersdorf schön, nützlich und vielfältig. Doch kein anderer Lebensraum geht so schnell verloren. Der Film von Carsten Krüger zeigt, dass Lüdersdorf heute einer Gewinn maximierten Agrarfabrik gleicht: Maisfelder bis zum Horizont für die Biogasgewinnung, überdüngte Wiesen ohne Leben und Nitrat verseuchtes Grundwasser. Viele Dörfer und ihre Landschaften sind gefährdet - überall in Europa.


"Die Wiese - ein Paradies von nebenan"
Film  von Jan Haft, Deutschland, 2019, 90 min

Nirgendwo ist es bunt, so vielfältig, ja so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Nirgendwo leben mehr Tierarten auf engstem Raum zusammen und nirgendwo ist das Konzert tierischer Interpreten vielfältiger. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und  anderen haben jeweils ihre eigene, unverkennbare Melodie um der Umwelt zu sagen „hier bin ich“ und um zur Fortpflanzung Partner anzulocken. Hunderte weitere Arten teilen ihre Bedürfnisse stumm, aber mit prächtigen Farben und erstaunlichen Formen mit. Manche Wiesenbewohner führen sogar komplizierte Tänze auf. All das spielt sich zwischen mannigfaltigen Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern ab, die ihrerseits mit Tricks und Kniffen, die sie im Laufe der Evolution entwickelt und verfeinert haben, ihre Vermehrung sichern. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken – und zu bewundern – gibt. Eine Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. Eine Welt, die wir aus Kindertagen, aus Filmen und Büchern kennen. Eine Welt, die nicht mehr in unsere moderne Zeit passt.

Kein anderer heimischer Lebensraum ist dem völligen Verschwinden so nahe, wie die Blumenwiese. 98% des extensiven Grünlandes ist in den letzten Jahrzehnten verschwunden; durch Umwandlung in Ackerland, durch Düngung mit Gülle und Kunstdünger und durch kurze Mähintervalle. Nichts davon geschah durch bösen Willen. Die staatlich subventionierte Agro-Industrie entwickelte im 20. Jahrhundert immer neue Technologien und Geräte, mit denen selbst Feuchtwiesen und Trockenrasen in profitables Wirtschafts-Grünland verwandelt werden konnten. Dem einzelnen Landwirt, oft am Existenzminimum wirtschaftend, kann kein Vorwurf gemacht werden. Empfehlungen und Vorgaben der Agrarkonzerne, gepaart mit einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, haben den vielleicht buntesten und reichhaltigsten Lebensraum unserer Heimat an den Rand der Ausrottung gedrängt. Finanziert mit Steuergeldern, denn die Arbeit eines jeden Bauer in der EU wird subventioniert, ohne dass dafür eine Gegenleistung für die Gesellschaft erbracht werden muss. Nach wie vor werden die artenreichen Wiesen weniger. Dabei wäre die Lösung für das Problem ganz einfach…

Im Anschluß Filmgespräch mit Sarah Mamerow vom Besucherzentrum des Naturparks Dahme-Heideseen und Landwirt Fritz-Walter Peter.
Eine Veranstaltung des Fördervereins für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz FÖN e.V.