Veranstaltung

Dienstag
17.03.2020
20.00 Uhr
Hindenberg, Kirche
Hindenberg 21
16835 Lindow

Der Wald hinter den Bäumen

Naturfilm, 15 Minuten, 2019
Regie Gamander López-Caparrós Jungmann Kamera Gamander López-Caparrós Jungmann Produktionsfirma Wildlife Filmmaking Gamander López

Wenn der Wald die Natur vor der Haustür ist und ein 19-Jähriger die Ruhe besitzt, sie mit der Kamera zu beobachten, gibt er ein Beispiel für den Weg zum engagierten Naturfilmer.

Die Wiese - ein Paradies nebenan

Dokumentarfilm, 90 Minuten, 2019
Regie Jan Haft Kamera Jan Haft, Kay Ziesenhenne, Max Kölbl Produzent:in Melanie Haft Produktionsfirma Nautilusfilm GmbH

Blumenwiesen sind fast gänzlich verschwunden. Doch der Film zeigt uns in opulenten Bildern eine ideale Flora und Fauna im Kontrast zum profitablen Wirtschafts-Grünland der heutigen Zeit. Nur eine Agrarwende kann zurückgeben, was uns in diesem bunten Lebensraum so paradiesisch vor Augen geführt wurde.

Zeit: 17.03.2020 um 19.00 Uhr

Vorfilm: "Der Wald hinter den Bäumen"

"Die Wiese - ein Paradies nebenan"

Nirgendwo ist es bunt, so vielfältig, ja so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Nirgendwo leben mehr Tierarten auf engstem Raum zusammen und nirgendwo ist das Konzert tierischer Interpreten vielfältiger. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und  anderen haben jeweils ihre eigene, unverkennbare Melodie um der Umwelt zu sagen „hier bin ich“ und um zur Fortpflanzung Partner anzulocken. Hunderte weitere Arten teilen ihre Bedürfnisse stumm, aber mit prächtigen Farben und erstaunlichen Formen mit. Manche Wiesenbewohner führen sogar komplizierte Tänze auf. All das spielt sich zwischen mannigfaltigen Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern ab, die ihrerseits mit Tricks und Kniffen, die sie im Laufe der Evolution entwickelt und verfeinert haben, ihre Vermehrung sichern. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken – und zu bewundern – gibt. Eine Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. Eine Welt, die wir aus Kindertagen, aus Filmen und Büchern kennen. Eine Welt, die nicht mehr in unsere moderne Zeit passt.

Kein anderer heimischer Lebensraum ist dem völligen Verschwinden so nahe, wie die Blumenwiese. 98% des extensiven Grünlandes ist in den letzten Jahrzehnten verschwunden; durch Umwandlung in Ackerland, durch Düngung mit Gülle und Kunstdünger und durch kurze Mähintervalle. Nichts davon geschah durch bösen Willen. Die staatlich subventionierte Agro-Industrie entwickelte im 20. Jahrhundert immer neue Technologien und Geräte, mit denen selbst Feuchtwiesen und Trockenrasen in profitables Wirtschafts-Grünland verwandelt werden konnten. Dem einzelnen Landwirt, oft am Existenzminimum wirtschaftend, kann kein Vorwurf gemacht werden. Empfehlungen und Vorgaben der Agrarkonzerne, gepaart mit einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, haben den vielleicht buntesten und reichhaltigsten Lebensraum unserer Heimat an den Rand der Ausrottung gedrängt. Finanziert mit Steuergeldern, denn die Arbeit eines jeden Bauer in der EU wird subventioniert, ohne dass dafür eine Gegenleistung für die Gesellschaft erbracht werden muss. Nach wie vor werden die artenreichen Wiesen weniger. Dabei wäre die Lösung für das Problem ganz einfach…


Im Anschluß Filmgespräch mit Thomas Oberländer (Umweltwissenschaftler FÖN e.V.) und Wibke Avenhaus (Naturwacht).


Eine Veranstaltung des Fördervereins für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz FÖN e.V.